Erste Bilanz der „bloggenden“ Gemeinde Lipperreihe: „Dialog trifft Digital ganz Lokal“

Über die aktuellen, lokalen Berichte hinaus, ist die Lipperreiher Bürgerplattform optimal für die Ortsbewohner, um ein persönliches Gefühl und unmittelbare Nähe zu vermitteln: Denn die Nutzer sind nah dran am Geschehen der Mitbürger aus dem eigenen Ort, um ein Vertrauensverhältnis oder Beziehungsstatus aufzubauen. Zusätzlich bietet die Plattform: www.Lipperreihe.info viele Ansatzpunkte für authentische und individuelle Erfahrungsberichte, Hilfsangebote und Geselligkeit.

Das Potenzial dieser Gestaltung, für und von Bürgern, Vereinen und Unternehmen im Ort, liegt in der Möglichkeit der Vernetzung. Mit doppelter Bedeutung: „Denn wenn heute von Vernetzung die Rede ist, dann müssen sowohl Vernetzung im Sinne neuer und persönlicher Zusammenarbeit als auch die digitale Vernetzung thematisiert werden.“ Die Bürgerplattform steht für beides, das macht sie so erfolgreich.

Jedes Foto und Video hat einen Bezug zum Ort und kann eine Geschichte erzählen und Emotionen wecken. Je emotionaler der Inhalt, desto größer die Kraft der Verbreitung und Identität mit dem Lebensumfeld und der Gestaltung der eigenen Bürgerplattform. Die Zusammenarbeit an diesem digitalen Netzwerk erfordert Mut und Freude am Experimentieren und eine gute Vernetzung der Multiplikatoren, sowie ein Standing innerhalb der Ortschaft.

Anlass genug, einmal nachzufragen, was sich in den ersten vier Monaten alles entwickelt hat. Mit vorsichtigem Respekt kann man von einer digitalen Revolution in Lipperreihe sprechen. Der intensive Zeiteinsatz, besonders um die ältere Generation in der Digitalisierung mitzunehmen, lässt den Funken überspringen, dass auch im Alter die Digitalisierung nicht mehr ignoriert wird und ein Zustand der Euphorie sich entwickelt hat, weil eine wichtige Lücke geschlossen wurde: einen Zugang zu Räumlichkeiten, für schnelle digitale Hilfe und digitalen Lernmethoden, im Ort.

Meine persönlichen gössten Vorbilder sind mittlerweile eine Gruppe von 80-87jährigen Lipperreihern, die sich nur aus diesen Gründen, das erste Smartphone gekauft haben und sich mit Begeisterung auf Entdeckungsreise befinden und das Wissen über KI- und Assistenzsystemmöglichkeiten wie einen Schwamm aufsaugen. Das alles nur weil es die Hürde der Hilfsmöglichkeiten nicht mehr gibt, durch den Zugriff auf mehreren Digital-Lotsen und unterschiedlichen digitalen Lernmethoden im AWO-Stratehaus, die jeder kostenlos direkt im Ort nutzen kann.

Digitalisierung kann längst nicht mehr als Beiwerk der traditionellen Kommunikation behandelt werden. Es geht bei Weitem um neue Tugenden – von Unterstützung, Teilhabe, Wissensvermittlung und Sicherheit – hier geht es darum Bedürfnisse zu treffen. Digitale Kommunikation fördert Kompetenzen, ist informierend, nutzbringend, weil beratend und ganz sicher auch unterhaltsam.

Außerdem wird einem bewusst, dass man als „bloggende“ Gemeinde sich vom Standard abhebt und Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Über die Kommentarfunktion kommen zwar aktuell noch wenige Rückmeldungen, dafür jedoch umso mehr direktes Feedback vor Ort.

Das Ziel der digitalen Bürgerplattform ist, das Leben in Lipperreihe transparent darzustellen, einen Rundumblick in den Alltag zu verschaffen und Hemmschwellen und Ängste vor der Digitalisierung abzubauen.  Gleichzeitig aber auch Verantwortung zu übernehmen, ein regelmäßiges digitales Lernangebot vor Ort zu integrieren, damit sich Potenziale überhaupt entfalten können.

Ein weiterer Fokus liegt darin in jedem Verein/Institution, Unternehmen und der Wohnbevölkerung – jemanden zu finden, der gern schreibt und mitgestaltet und dadurch eine breitere Zusammenstellung von Berichten, über vielfältige Themen im Ort, wie: Konzerte, Veranstaltungen, Vereinsleben, Gesundheitsförderung, den 102. Geburtstag, Kommunalpolitik, Schulstart oder den letzten Besuch im Kindergarten, entwickelt werden können.

Highlights sind immer wieder die Bilder, die mit Begeisterung geteilt werden – Schnappschüsse von Projekten, besondere Momente, lachende Nachbarn oder die gefräßige Schnecke am Pilz. Was auch immer in spannenden Erzählungen eingebunden oder auch einen Fotowettbewerb ermöglichen kann. Ideen gibt es genug – aber wir brauchen auch mehr „Schreiberlinge“ oder schöner ausgedrückt, Onlinebotschafter – für uns und unseren Stadtteil. Jeder kann mitmachen und auch eigene Ideen einbringen.

Unsere Bilanz nach 4 Monaten:

Über 500 veröffentlichte Bilder, 42 aktuelle Lipperreiher Berichte, 33 veröffentlichte Veranstaltungen, 36 Präsentationsseiten von Unternehmen/Vereinen/Institute, 11 Service-Downloads, 1 Logo-Entwicklung für die Bürgerplattform durch die Jugendgruppe, 6 Digital-Lotsen, 3 digitale Lernbegleiter, Aufbau von freiem WLAN in der gesamten Ortsmitte mit Freifunk Lippe, Nominierung für „Goldenen Internetpreis 2019“, Gründung einer Lipperreiher Heimatwerkstatt für die Gestaltung der digitalen Dorfchronik, 17 durchgeführte App-Cafe´s für die DorffunkAPP incl. viele Hausbesuche, 8 stattgefundene Redakteursrunden, mit durchschnittlich 8 Teilnehmern – zur Gestaltung der Bürgerplattform, 11 digitale Vorträge: 1 x Auftaktveranstaltung Bürgerplattform, 2 x digitale Gesundheitskompetenz, 3 x digitale Quartiersentwicklung, 1 x Heimatwerkstatt, 1 x Teamcoaching, 1 x Lipperreiher Juristin im Einsatz von West-Afrika für Menschenrechte, 2 x Video-Konferenz-Schulungen/Coaching, mit allen Multiplikatoren aus Lipperreihe. In Lipperreihe haben wir knapp 320 aktive Nutzer der Dorffunk App und ca. 700 Besucher monatlich auf der Plattform „Lipperreihe.info“. Und nicht zuletzt ein gemeinschaftlich erreichtes tolles Google Ranking in so einer kurzen Zeit.

Eine echte Erfolgsstory schreiben wir hier (noch) nicht, aber die Geschichte eines Experiments mit motivierendem Zwischenergebnis


Viele Personen sind daran beteiligt – leider habe ich nicht von jedem ein Bild.

Koordinatorin mit Lernbegleiter und Redakteure: Burkhard Kleine, Manuela Outiti, Jennifer Gerhard, Hans-Dieter Stönner (AWO)
Jens Dressler, Andreas Otte aus der Redakteursrunde
Digital-Lotse Janique aus der Jugendgruppe
Digital-Lotsin Juliette aus der Jugendgruppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IT-Experte Karl-Heinz Meier
Techniker Ulrich Schäfer
AWO-Stratehaus, Renate Czecalla

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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